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Tee- von der Pflanze in die Tasse In Europa gibt es nur noch zwei Teeplantagen. Wir finden sie auf den Azoren. Den herzhaften Cha-Tee kann man auf der Teeplantage in Sao Bras bei Cha Gorreana verkosten. Vorher schaut man den einheimischen Arbeitern bei der Herstellung über die Schulter. In alten britischen Trockenmaschinen werden die frisch gepflückten Teepflanzen getrocknet und kommen dann auf die einfachen Holztische, wo sie von Frauen per Hand abgewogen und mühselig zum Export verpackt werden. Der Hauptteil wird auf den Azoren getrunken. In Deutschland kommt er als pestizidfreier Biotee in den Handel.  Unscheinbar liegt eine weitere Teefabrik, die Cha Porto Formosa, auf dem Weg von Sao Bras nach Porto Formosa. Nur ein Teekessel an der Hauswand deutet auf die Teefabrik hin. Sobald man aber in das Innere dieser ersten azoreanischen Teeplantage kommt, ist man in einer anderen Welt. Ein bezaubernder Blick über die Teefelder und das schier endlos wirkende Meer – dazu wird auf der eigens angelegten Terrasse der hier angebaute Tee gereicht. Diesen genießt man in himmlischer Ruhe mit Blick auf den farbigen Blumengarten. Das besondere an dieser Plantage ist, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Chinesen die Kunst der Teezucht den Einheimischen beigebracht haben. Vorher wurden die wohlschmeckenden Teepflanzen lediglich zur Zierde gezüchtet. Darüber – und über die Herstellung allgemein – informiert auch in deutscher Sprache ein Videofilm, der im kleinen Museum gezeigt wird. Wie gut EU-Geld angelegt werden kann, haben die neuen Besitzer der Teefabrik unter Beweis gestellt: In einer liebevoll eingerichteten Teestube kann man den guten Tropfen bei freundlichem Service genießen und den Daheimgeblieben auch einen Tee mitbringen. Caldeira Velha – der wundervolle Wasserfall Von Ribeira Grande kommt man zur Caldera Velha. Ein kleiner Fußpfad führt durch üppige Vegetation zur Quelle. Ein Wasserfall speist ein kleines Warmwasserbecken, in dem man sich wundervoll entspannen und erholen kann. Bei schönem Wetter lohnt die Weiterfahrt zum Lagoa da Fogo, ein weiterer malerischer Kratersee der Azoren. Caloura – fangfrischen Fisch finden Eine kleine Küstenstrasse führt in das romantische, in den Fels geschlagene Caloura. Den Weg säumen traumhafte Anwesen mit herrschaftlichen und stilvollen Herrenhäusern. Der kleine Hafen wartet mit einem eigenen kleinen Schwimmbecken auf. Von dort kann man den Fischern beim Rausfahren hinterher schauen oder sie begrüßen, wenn sie ihren Fisch an Land bringen und begutachten, wie reich der Fang war. O Moinho – Spezialität Entenmuscheln auf der Sonnenterrasse Von Porto Formoso aus geht es an der Küste entlang in den Strandort Praia dos Moinhos. In der 400 Jahre alten Wassermühle des Ortes serviert ein kauziger Franzose auf einer herrlichen Terrasse der Snackbar O Moinho direkt am Meer die berühmten Lapas – Entenmuscheln. Direkt neben der Mühle lädt ein Sandstrand zum Verweilen und Sonnen ein. Wenn die Wolken dicht über Sao Miguel hängen, lohnt ein Abstecher an diesen Strand: Denn dort trifft man mit etwas Glück auf Sonne. Grund dafür ist das günstige Mikroklima der Gegend. Das gilt übrigens auch für den Ort Mosteiros im Nordwesten. Der heiße Lavastrand ist zwar nicht so weich wie der herkömmliche Strand, lädt aber genauso zum Sonnenbaden ein. Wichtigster Unterschied: Weht ein kräftiger Wind, schmirgelt der schwarze Sand fast unangenehm auf der Haut. Die vielen großen Lavafelsbrocken am Strand bieten davor einen guten Schutz. Wem das zu ungemütlich werden sollte, der kann sich auf die Terrasse der Snackbar zurückziehen. Terceira – über dem Meer, über den Wolken Das schnellste Taxi von Insel zu Insel ist das Flugzeug. Nur eine halbe Stunde braucht die kleine Propeller-Maschine der SATA Gruppe von Sao Miguel auf die drittgrößte Insel des Archipels, Terceira. Und wenn sich der azoreanische Passagier gegenüber bekreuzigt hat das mehr mit dem stark ausgeprägten Katholizismus auf den Inseln zu tun als mit dem Flug. Die Abwicklung am Flughafen ist professionell und unkompliziert, die Piloten sind regen-, nebel- und winderprobt. Im Vergleich zu Sao Miguel, ist Terceira recht klein. An nur einem Tag kann man die Insel mit dem Auto umrunden. Ein Muss ist dabei die Renaissance Stadt Angra do Heroismo, Weltkulturerbe der UNESCO mit großer Geschichte. Terceira war einstmals die bedeutendste aller Azoreninseln: Die Insel lag auf der Handelsroute zwischen der alten und neuen Welt, diente Königen als Schutz vor Piraten, den sie mit Gold und Geschmeide gerne bezahlten.Der mächtige Hafen mit seinen Trutzburgen steht dafür heute noch. Die Insel wird auch nach wie vor vom Militär – vorwiegenden von Amerikaner – als Überwachungsstützpunkt genutzt. Stierkämpfe – von der Zucht in die Arena Besonders berühmt ist Terceira heute für die Stierkämpfe. Die Zucht der Tiere findet ebenfalls auf der Insel statt. Sowohl in der Arena als auch auf den Straßen treten die schwarzen Tiere zum Kampf an. Wichtigster Unterscheid ist hierbei, dass die stolzen schwarzen Tier nicht (wie in Spanien) getötet werden. Biscoitos – die Küste der Lavazungen Einen weiteren landschaftlichen Höhepunkt bilden die biskuitähnlichen Lavazungen der gleichnamigen Stadt Biscoitos. Dort kann man auch einen Abstecher in das winzige Weinmuseum der Familie Brum machen. Für Höhlenbegeisterte lohnt ein Abstecher in die Grotte von Algar do Carvao. Terceira Mar – Hotel mit Mee(h)rblick Besonders pfiffig waren die Planer des 4-Sterne Hotels Terceira Mar. Alle 165 Zimmer haben Meerblick. Zwischen Hotel und Meer liegt die schmucke Pool-Anlage. Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet, in dunklen Edelhölzern gehalten und entsprechen gehobenem internationalem Standard. Das sehr gut geführte Haus hält sowohl einen Innen-Pool (Aquafitness!), Sauna und Dampfbad, einen Kosmetiksalon und Friseur vor. Im professionellen Fitnessstudio erklärt ein versierter Trainer die Handhabung der Geräte. Erholen kann man sich bestens bei einem Drink an der Bar in gemütlichen Sesseln- natürlich mit Meerblick. Ein Spielzimmer lädt zu Billard – und Backgammonpartien ein. Gemütlich lesen und entspannen lässt es sich im geschmackvoll eingerichteten Leseraum. Das Hotel liegt in ruhiger Lage am Ortsrand von Angra, und doch nur fünf Gehminuten vom Zentrum entfernt. Weitere Informationen auf www.portugal.com/azoreshotels/terceira. Gemütlich satt – Adega Lusitania Zum Erlebnis wird der Besuch in der typisch azoreanischen Gaststube Adega Lusitania in de Rua Sao Pedro. Kuhglocken hängen von den Decken herunter, man sitzt an langen dunklen Holztischen und die Suppe kommt als Vorspeise – direkt im Topf – auf den Tisch. Genauso köstlich wie die Gemüsesuppe, ist der zu empfehlende frische Fisch. Die Karte ist übersichtlich, das herzliche Personal hilft beim Übersetzen und gibt punktgenaue Empfehlungen. Dazu einheimischen Wein und zum Abschied leckere, süße Desserts. Mit ein bisschen Glück spielt eine lokale Musikgruppe und singt ansteckend fröhliche Lieder. Azoren Check-up – 25 gute Tipps (in beliebiger Reihenfolge ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür auch nicht ganz ernst gemeint) - Nebelschlussleuchte
- Nebelhorn
- Sonnencreme
- Badelatschen
- Badehose
- Zweite Badehose (zum Wechseln nach dem Thermalbad)
- Kleingeld für Zigaretten (Além Mar für € 1,60)
- „Knirps“
- Regencape (griffbereit)
- Dicker Pullover
- Kleines Wörterbuch portugiesisch
- Guter Magen (für die scharfen Würste und den Brandy)
- Autoerfahrung (Nebel, kleine und verwinkelte Straßen)
- Fernglas (für die vielen Aussichtspunkte)
- Sonnenbrille
- Handtücher
- Euros
- Stabile Nase (wg. Schwefelquellen)
- Ohropax (falls Hotel in der Flugschneise liegt; nicht so schlimm, weil nicht so viele Maschinen kommen)
- Geduld
- Fußballverstand (nicht nur während der EM)
- Uhr (Essenzeiten; auf den Azoren wird nicht so spät gegessen wie auf dem Festland)
- Joggingsachen (wegen der vielen Desserts)
- Vorliebe für Herzhaftes (gebratene Blutwurst an jeder Ecke!)
Fazit: Die Azoren sind das richtige Urlaubsziel für alle, die des Massentourismus der gängigen Reisendestinationen überdrüssig sind. Die Inseln sind gemacht für Aktivurlauber, die die reizvolle Umgebung mit Ihren freundlichen Menschen für sich entdecken wollen. Infos: www.azoren-info.com |