|
Seite 1 von 3
Unsere Tour sollte uns von Paris über Orleans, Tours und Angers wieder zurück nach Paris führen, und natürlich im Herbst stattfinden, da zu dieser Jahreszeit das Loiretal bekanntlich am schönsten ist. Nach Paris reisten wir mit dem Flugzeug, und von dort aus war das Verkehrsmittel unserer Wahl das Auto, mit dem wir entlang des Flusses von einem Château fuhren uns traumhafte Landschaften genossen...
In Paris, der ewig Schönen, fanden wir endlich Zeit den „Da Vinci Code" anzusehen. Wenn auch etliche Lücken in unserem Französisch-Wortschatz das turbulente Geschehen mitunter dezimierten, so nahm uns die Handlung rund um den Templerorden doch gefangen - man glaubte den Hauch des Mittelalters fast körperlich zu verspüren.
 Le Vaux le Vicomte Der nächste Tag brachte uns - dem Navigationssystem sei Dank - immer den Sehenswürdigkeiten der Seinestadt folgend aus der quirligen Metropole, zurück auf die vor allem im Sommer berüchtigte Autoroute du Soleil. Wir folgten ihr jedoch nur bis zum Schild, welches das größte noch in Privatbesitz befindliche Schloss Frankreichs ankündigte. Le Vaux le Vicomte - jener Prachtbau, der einst Ludwig XIV. so sehr erzürnte, dass er dafür den Schlossherrn, seinen Finanzminister Fouquet, ohne lange zu fackeln, um einen Kopf kürzer machen ließ. Man setzt eben einem König von Frankreich kein Schloss vor die Nase, das an Prunk und Pomp dessen eigene Residenzen weit übertrifft. Natürlich war dies kein guter Rat für den armen Finanzminister, aber, wer das Schloss je gesehen hat, wird den königlichen Zorn verstehen!
Das Schloss Le Vaux le Vicomte liegt zwar nicht an der Loire, und ist damit eigentlich keines der berühmten Loireschlösser, jedoch ist es eines der prunk- und prachtvollsten Schlösser Frankreichs und deshalb unbedingt sehenswert. Der gleich einer Burg von Wassergräben umgebene Wohnbau verzaubert im Inneren seine Besucher durch seine verschwenderische Pracht. Es ist kaum vorstellbar, dass in diesen herrlichen mit Seidentapeten, Kronleuchtern, Goldstuck und wandhohen Ölgemälden verzierten Räumen nie ein König, sondern nur ein „ganz normaler" Adeliger gelebt haben soll! (Übrigens: Versailles, bis heute der Inbegriff der prachtvollen Hofhaltung des Sonnenkönigs, wurde von diesem erst nachdem er Le Vaux le Vicomte gesehen hatte bei den für die Gestaltung dieses Schlosses hauptsächlich verantwortlichen Künstlern in Auftrag gegeben!)
Ein sprichwörtlicher Höhepunkt der Besichtigungstour ist die „Laterne" auf der Kuppel des Hauptpavillions, welche von Mutigen erklommen werden kann. Für die Mühe des Aufstiegs wird man, oben angekommen, mit einem herrlichen Ausblick über das gesamte Anwesen belohnt.
Auf dem Gelände von Le Vaux le Vicomte befindet sich weiterhin ein Pferdekutschenmuseum, in welchem eine einzigartige private Sammlung von Pferdekutschen aus dem 18. und 19. Jahrhundert besichtigt werden kann. Im Sommer ist außerdem ein Besuch des Schlossparks empfehlenswert. Dieser kann in der schönen Jahreszeit auch abends besucht werden. Dann werden jeden Samstag (im Juli und August auch freitags) bei Einbruch der Dämmerung tausende in und um das Schloss verteilte Kerzen entzündet - ein phantastischer Anblick! Zudem findet jeden zweiten und letzten Samstag im Monat nachmittags eine Vorführung der historischen Springbrunnen statt. Wer den ganzen Schlossgarten in seiner majestätischen Größe von 35 Hektar besichtigen will, dem empfiehlt es sich, eines der vor Ort angebotenen elektrischen Golfmobile zu mieten.
Leider blieb uns für die schönen Gartenanlagen von Le Vaux le Vicomte kaum Zeit, denn wir wollten noch ein Stückchen weiter kommen an diesem lauen Frühherbsttag. Vorbei am wunderschönen Schloss Fontainebleau mit seinem Napoleon-Museum ging es ins malerische Städtchen Briare, um am Frühen Abend die wunderbare Auberge des Templiers in Les Bezards zu erreichen.
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 Nächste > Ende >> |